Von der Gründung 1880 über die Maler der Secession bis zum internationalen Filmschauplatz — das Café Sperl ist gelebte Wiener Geschichte.
1880 wurde das Kaffeehaus nach Entwürfen der Ringstraßenarchitekten Gross und Jelinek für Jakob Ronacher erbaut. Noch im selben Jahr übernahm es die Familie Sperl; 1884 wurde Adolf Kratochwilla Inhaber — und behielt den inzwischen etablierten Namen „Café Sperl" bei.
Im Sperl „lebten" Architekten, bildende Künstler, Musiker, Schauspieler und Sänger neben Heerführern und höheren Chargen. Der Besucherkreis prägte das Sperl zum Künstler- und Militärcafé — ein Nebeneinander, das trotz aller Unterschiede möglich war.
Jakob Ronacher eröffnet das von Gross & Jelinek erbaute „Ronacher". Im Dezember übernimmt es der Cafetier Sperl — das „Café Sperl" ist geboren.
Adolf Kratochwilla übernimmt das Café Sperl. Es bleibt bis 1968 in Familienbesitz und etabliert sich als feste Größe der Wiener Kaffeehauskultur.
Der „Siebenerclub" trifft sich als Stammtisch im Sperl. Aus ihm und der „Hagengesellschaft" geht 1897 die Wiener Secession hervor — mit Olbrich, Hoffmann, Kolo Moser und Max Kurzweil.
Operetten begeistern Wien. Das Sperl wird zum Stammcafé der Stars und Komponisten — von Léhar und Kálmán bis Girardi und Eysler.
Manfred Staub übernimmt das Café. Gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und Architekt Nairz restauriert er behutsam: Die Patina bleibt erhalten, Komfort und Hygiene werden modernisiert.
Auszeichnungen häufen sich: „Coffeehouse of the Year" (1988), Platz 1 im „Tafelspitz"-Ranking (1999), Goldene Kaffeebohne (2004) und Goldene Kaffeekanne (2012).
Literaten wie Robert Menasse und Michael Köhlmeier, Musical-Stars und Stammgäste prägen das Bild. Wien bleibt Wien — und das Sperl das Sperl.
Internationale Filmaufnahmen tragen den Namen Sperl in die Welt: 2011 drehte David Cronenberg hier „A Dangerous Method", und auch der Kultfilm „Before Sunrise" mit Ethan Hawke und Julie Delpy fing die Atmosphäre des Hauses ein.
Die Wiener Philharmoniker spielten im Sperl die Musik von Johann Strauss und Fritz Kreisler. Lesungen von Pavel Kohout, Friederike Mayröcker und vielen anderen trugen die Literatur ins Café — eine Tradition, die bis heute lebendig ist.
Selbst Platz nehmen →Coffeehouse of the Year — gewählt von Star-Gastrokritiker Roy Ackerman unter 200 europäischen Kaffeehäusern.
Platz 1 im „Tafelspitz" — erstgereiht im großen Ranking der Wiener Kaffeehäuser.
Goldene Kaffeebohne — verliehen an Inhaber Manfred Staub.
Goldene Kaffeekanne — eine der höchsten Ehrungen der Wiener Kaffeesieder.